Fussball [08.05.2019]

TSV-Damen fahren nach Niefern – und enttäuscht ohne Spiel wieder zurück

Der 17. Spieltag der Fußball-Oberliga hätte für den TSV Tettnang am vergangenen Samstagnachmittag eigentlich ein sportlicher und erfolgreicher werden sollen. Aufgrund von Niederschlägen vor der angesetzten Partie und der damit zusammenhängenden vermeintlichen Unbespielbarkeit des Platzes sagte Schiedsrichter Cedric-Alexander Bollheimer das Spiel kurz vor Beginn ab – nachdem der TSV sich vor Ort bereits auf die Partie vorbereitet hatte und der Platz in den Augen beider Teams bespielbar gewesen sei.
Bereits vor der Fahrt erhielten die Tettnanger die Information aus Niefern, dass es aufgrund der Regenfälle einige Pfützen gebe, man aber alles versuchen werde, die Partie stattfinden zu lassen. Auch der kontaktierte Staffelleiter Jose Macias empfahl aufgrund der aktuellen Wetterlage, nach Niefern zu fahren – die hohe Wahrscheinlichkeit eines Anpfiffs wäre gegeben. Als das TSV-Team nach fast drei Stunden Busfahrt in Niefern ankam – es hatte zwischenzeitlich nicht mehr geregnet – fand es einen Platz vor, der in den Augen beider Teams bespielbar gewesen sei: „Es gab noch zwei kleinere Stellen mit Wasser, aber nichts, was ein normales Spiel gefährdet oder unmöglich gemacht hätte“, sagt TSV-Trainer Alex Haag. „Kein Platz in der Liga hat einen perfekten Bundesligarasen, Löcher und sandige Stellen in dieser Größe gibt es auf jedem Platz. Wir waren uns daher einig – wir wollen spielen.“
Kurz vor Anpfiff der Partie – beide Teams waren nach dem Aufwärmen zur Taktikbesprechung in die Kabinen gegangen -  sagte Schiedsrichter Cedric-Alexander Bollheimer die Partie aufgrund von einer zu großen Verletzungsgefahr schließlich endgültig ab und blieb dabei. Die unternommenen Versuche, die Situation über den Verband zu lösen, scheiterten ebenfalls und auch Niefern wollte nun die Partie nun doch nicht mehr antreten. Bei den Gästen aus Tettnang machte sich große Enttäuschung und Unverständnis breit: „Wir sind immer noch sprachlos und wütend“, ärgerte sich Haag. „Die Begründung, die Partie abzusagen, ist für uns unverständlich. Schließlich ist der Platz in Niefern bei trockenen Verhältnissen deutlich gefährlicher als bei nassen. Wir sind absolut enttäuscht vom Schiedsrichter aber auch von allen Verantwortlichen, die diese Entscheidung mitgetragen haben. Wir versuchen nun, unsere Wut in Motivation umzumünzen und so im nächsten Spiel wieder mit voller Energie dabei zu sein.“ Die werden die Tettnangerinnen auch benötigen, schließlich steht am kommenden Wochenende die Ligapartie gegen den Karlsruher SC an, am Donnerstag darauf das Pokal-Derby (Halbfinale) gegen den SV Alberweiler und am folgenden Sonntag das Ligaheimspiel gegen Waghäusel.

Texthinweis:
Fabian Repetz (Schwäbische Zeitung)